Erweiterung des
Berufswahlspektrums

Mädchen* und Jungen* haben vordergründig die gleichen Möglichkeiten bei der Auswahl ihres Wunschberufes, dennoch werden Berufswahlentscheidungen von Mädchen* nach wie vor rollentypisch getroffen und die Berufswahl konzentriert sich auf wenige Sparten. Die Motive der Mädchen* für die eingeschränkte Berufswahl werden mit Interesse am Beruf, Spaß und der Vereinbarkeit mit Familie beschrieben und sind bereits in der kindlichen Sozialisation begründet. Geschlechterstereotype Rollenbilder werden bereits im Kindesalter entwickelt, der Prozess der Sozialisation zeigt sich bedeutend für die weitere Entwicklung. Zuschreibungen „typisch weiblich“ und „typisch männlich“ wirken sich auf unser Geschlechterrollenverständnis aus und wirken nachteilig für Frauen*.
Das Arbeiten in der Werkstatt des Vereins Amazone ermöglicht Mädchen* einen alltäglichen Umgang mit Werkzeugen und Maschinen. Durch den niederschwelligen Zugang der Workshops sowie den didaktischen Aufbau der Inhalte und der Gestaltung der Räumlichkeiten werden Mädchen* in ihrer Selbstständigkeit gefördert und ihr Interesse an Handwerk geweckt. Das Projekt trägt zu einer gesellschaftlich notwendigen Erweiterung des Berufswahlspektrums bei, ermöglicht die Reflexion von Rollenbildern in Bezug auf Arbeit und Beruf und eröffnet Handlungsmöglichkeiten für Mädchen* und junge Frauen*. Außerdem bietet das Projekt Mädchen* und jungen Frauen* wichtige Unterstützungsmöglichkeiten in Bezug auf Berufswahl und Bewerbung in einer für den weiteren Lebensverlauf entscheidenden Phase. Zudem wird die Öffentlichkeit zu einschränkenden Sozialisationsbedingungen von Mädchen* und jungen Frauen* sensibilisiert.