ständig.wieder.widerständig.
gender*impulstage 2019

Deckblatt Flyer gender:impulstage 2019

Feministische Protestformen. Widerstand. Aktivismus. Das waren die Themen der elften gender*impulstage. Im Auftrag des Funktionsbereichs Frauen und Gleichstellung im Amt der Vorarlberger Landesregierung veranstaltete der Verein Amazone am Dienstag, den 22. Oktober 2019, an der FH Vorarlberg die gender*impulstage – ständig.wieder.widerständig.

 

Im sehr persönlichen ersten Teil der Fachtagung sprach die ehemalige Zuger Kontonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin über ihre Erfahrungen inmitten von Hatespeech, einer Boulevardkampagne und Sexismus. Sie erzählte, wie sie mit Beschimpfungen und Drohungen umging und wie sie in der Folge selbst zur Aktivistin für einen respektvollen Umgang im Internet wurde. Jolanda Spiess-Hegglin ist heute Geschäftsführerin des Vereins #NetzCourage, der sich gegen Diskriminierung, Sexismus und Hassrede im Internet einsetzt und kostenlose Soforthilfe für Betroffene sowie Aufklärungs- und Präventionsarbeit leistet. Ihre Botschaft ging vor allem an die anwesenden Frauen* und Mädchen*: „In schwierigen und verletzenden Situationen nicht still sein, auch wenn es oft wenig Solidarität gibt – besonders deshalb, weil Sexismus in unserer Gesellschaft nach wie vor tief verankert ist!“

Anschließend gaben Christina Groß und Giovanni Schulze im PraxisteilEinblick in verschiedene Aktions- und Protestformen sowie Denkanstöße, wie eigene Aktionen geplant und umgesetzt werden können. In Gruppen wurden eigene Ideen erarbeitet und präsentiert – diese waren so vielfältig wie die Besucher*innen selbst: Shopdropping, Sprühkreideaktionen, Bekämpfung sexistischer Werbung, antirassistische und feministische Statements auf Alltagsgegenständen oder die Verleihung der goldenen Klobürste für rückwärtsgewandte Bildungspolitik.

Neben der umfangreichen Mediathek zum Thema war die AmazoneBar mit ihren erfrischenden Cocktails wieder beliebter Treffpunkt für die Teilnehmenden. Das Frauenmuseum Hittisau, die Aktion kritischer Schüler_innen sowie Ausstellungen und widerständige Methoden des Vereins Amazone rundeten das Programm der Fachtagung ab. Die Tabuzone zum Thema Menstruation erhielt dabei besonders viel Beachtung.

 

Portraitfoto Katharina Wiesflecker„Dass öffentlicher Protest und lautstarke Demos ein wirksames Mittel sind, um auf Probleme und Themen aufmerksam zu machen, das hat die Bewegung Fridays for Future eindrucksvoll bewiesen. Die mittlerweile 11. gender*impulstage beleuchten heuer besonders die feministische Seite von Protesten. Ganz dem Jahresmotto des Vereins Amazone entsprechend sollen sie jedenfalls laut, mutig und rebellisch sein.“
Landesrätin Katharina Wiesflecker

 

 

Referierende

Portraitfoto JolandaSpiess-HegglinDie ehemalige Zuger Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin ist Geschäftsführerin des Vereins #NetzCourage, der sich gegen Hassrede, Diskriminierung und Sexismus im Internet einsetzt. Gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen* leistet sie mit ihrer „Ambulanz“ kostenlose Soforthilfe für Betroffene sowie Aufklärungs- und Präventionsarbeit. Jolanda Spiess-Hegglin überstand 2014 selbst eine persönlichkeitsverletzende Medienkampagne sowie Beschimpfungen, Hassreden, persönliche Angriffe und Drohungen im Internet. Dies alles machte sie zu einer Kämpferin für einen menschenwürdigen Umgang im Internet.

Fotocredit: Gian Marco Castelberg

 

Portraitfoto Christina GroßChristina Groß engagiert sich als hauptamtliche Sozialarbeiterin im Asylbereich und freiberufliche Yogalehrerin für Frauenrechte. Durch ihre mehrjährige Berufserfahrung in der Arbeit mit unbegleiteten, minderjährigen Geflüchteten und internationalen Studierenden, bringt sie interkulturelle Erfahrungswelten mit ein. Der Kampf um Geschlechtergerechtigkeit ist für sie eine Herzensangelegenheit.


Fotocredit: Alice Bacher

 

 Portraitfoto Giovanni SchulzeAls Aktionstrainer hat Giovanni Schulze seine Passion zum Beruf gemacht. Seit zehn Jahren ist er in sozialen Bewegungen aktiv und gibt Workshops zu kreativen Protestformen. Seine politische Heimat ist attac in Deutschland. Dort organisiert er die jährlich stattfindende „Aktionsakademie“, eine Veranstaltung, um die Aktionsorientierung der Bewegung zu stärken.

 

 

 

Filmreihe zu Widerstand und Aktivismus

Die Filmreihe, die der Verein Amazone gemeinsam mit dem Spielboden Dornbirn im Vorfeld der gender*impulstage 2019 zeigte, beleuchtete Themen von Widerstand und Aktivismus aus feministischer Perspektive.

 

Zwei Mädchen küssen sichDie Misandristinnen
15. Oktober 2019, 19.30 Uhr
Spielfilm, Regie: Bruce LaBruce
Deutschland 2017, 91 min, deutsche Originalfassung

Auf einem Landgut plant eine radikalfeministische Terrorzelle die Revolution. Nach außen hin tarnt sie sich als katholisches Internat, hinter den Mauern aber wird ein neofeministischer Pornofilm gedreht, um den Aufstand zu finanzieren. Als zwei Schülerinnen einen Verwundeten im Keller verstecken, gerät der Alltag aus den Fugen.

 

Portraitfoto Giovanni SchulzeRBG – Ein Leben für die Gerechtigkeit
16. Oktober 2019, 19.30 Uhr
Dokumentarfilm, Regie: Betsy West und Julie Cohen
USA 2018, 98 min, englische OmU

Ruth Bader Ginsburg hat die Welt für amerikanische Frauen* verändert. Die 86-jährige Richterin stellte ihr Lebenswerk in den Dienst der Gleichberechtigung. 1993 wurde sie als zweite Frau an den Supreme Court berufen und hält dort eisern die Stellung. Nach einem außergewöhnlichen Aufstieg und mit ihrer stillen, aber unnachgiebigen Art sorgt die Kämpferin mit engagierter Agenda bis heute sorgt für Schlagzeilen und macht Donald Trump mitunter das Leben schwer. Mit brillantem Verstand und Leidenschaft ist RBG eine unverzichtbare Inspiration für die politische Kultur.

 

Portraitfoto Giovanni SchulzeFrauen bildet Banden
17. Oktober 2019, 19.30 Uhr
Dokumentarfilm, FrauenLesbenFilmCollectif Las Otras
Deutschland 2019, 75 min, deutsche OmU

Die „Rote Zora“ war in den 70er und 80er Jahren eine militante Frauengruppe in der BRD. Ihre Aktivitäten richteten sich gegen die alltägliche Gewalt gegen Frauen, gegen Gen- und Reproduktionstechnologien, Bevölkerungspolitik und internationale Ausbeutungsbedingungen als Ausdruck patriarchaler Herrschaft. Zentral waren die Selbstermächtigung und der Bruch mit der zugeschriebenen Friedfertigkeit. Zeitzeuginnen, Historikerinnen und ehemalige Zoras lassen die Geschichte der „Rote Zora“ und der damaligen Frauenbewegung wieder lebendig werden.


Veranstalterinnen der gender*impulstage

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